Stadtbeobachter/innen

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Reformationskolumne Nr. 2


Selma Matter, Anaïs Rufer, Deborah Mäder, Nicola Bryner und Mara Richter (von links). (Foto: Roland Tännler)

Warum klatscht eigentlich keiner?

Warum wird in der Kirche eigentlich so selten geklatscht, obwohl die Mitwirkenden den Applaus durchaus verdient hätten? Reformationsbeobachter Nicola Bryner machte sich auf die Suche nach einer Antwort. Dass es verpönt ist, in der Kirche zu klatschen, weiss ich spätestens seit meiner Konfirmation. Nach dem Gitarrenspiel eines Kollegen konnte ich mich nicht zurück-
halten: Ich zollte ihm den Respekt, den ich vor ihm und seiner Darbietung hatte, und klatschte – als Einziger. Aber wieso darf man in der Kirche nicht applaudieren? Als ich auf meiner Suche nach dem Grund dieses ungeschriebenen Gesetzes meinen Konfirmationspfarrer um Rat fragte, fand ich schnell heraus, dass es durchaus Kirchen gibt, in denen geklatscht wird. Selten allerdings in reformierten. Applaus störe die Atmosphäre. Zudem soll in der Kirche nur jemandem, nämlich Gott, Ehre erwiesen werden und keinen Personen wie der Pfarrerin, dem Pfarrer – oder dem musizierenden Kollegen. Hinzu kommt die Schweizer Mentalität, in der die Kirche als Ort der Ruhe und Besinnlichkeit verankert ist. Schade eigentlich. Das Klatschen würde Gottesdiensten ein körperlich aktivierendes Element verleihen und eher erwecken statt einschläfern.

JULL Projekt 72 - Reformationsbeobachter/innen (a.k.a. Stadtbeobacher/innen) - Jugendliche denken schreibend über Reformation, Kirche, Glauben... nach. Gefördert und im Rahmen von ZH-REFORMATION.CH und in Zusammenarbeit mit der Zeitung reformiert. Schreibcoaching und Redaktion: Gina Bucher.

#NicolaBryner #Reformation

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