Eine Lücke in der Stadt



Wenn der Sturm seine Wege sucht, die Stadt durchquert und Lücken hinterlässt, wo noch keine waren, schleicht sich eine Leere in und neben Orte, die man vorher noch nicht sah. Er rüttelt an Bäumen, die seit Jahren standen und an Aussichten, die man seit Jahren kannte. Jetzt steht er nicht mehr, der Baum schräg unterm Haus.

Kahl strahlt die aufgewühlte Erde entgegen, hämisch grinsend erinnert sie an die Blätter, die letztes Jahr hier im Herbst noch fielen. Das Haus, das man vorher noch nicht sah, ist schief und leer. Wirkt dort an seinem Platz nicht recht, füllt keine Lücke, erinnert bloss an das was fehlt.

Wochen ist es her, doch noch immer schreit die Leere entgegen. Man träumt von Sprösslingen, die sich am Nichts nach oben hangeln, der Luft den Raum zum Atmen nehmen. Hellgrün schlängeln sie sich hoch, klammern sich an die Rinde der Erinnerung, bis das fremde Haus endlich vergessen geht. So wächst ein Baum dort wo auch schon der Alte stand und wartet auf den nächsten Sturm.


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November