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HITZE IN ZÜRICH

Die Hitze ist in Zürich eingetroffen, und so auch in mir.

Mit dem Kopf unter Wasser sehe ich selbst mit geschlossenen Lidern bloss Rosarot.

Kein Atem. Keine Algen. Keine Augen.

Kein Entkommen. Kein Verlangen.

Ich tauche auf und die Welt glitzert noch immer.

Sonnenstrahlen erhellen die Grossstadt.

Die Wasseroberfläche wird zum verrückten Spiegel, und alles steht kopf;

nahbare Weiten, ferne Nähe,

und du neben mir im Zürisee –

die Lippen zuckrig.

Schwerelosigkeit vermischt sich mit Freiheit

wie Zucker mit Sirup

in der Zuckerwattemaschine.

Rühren. Immer weiter rühren. Bis mich deine Worte rühren. Deine Fingerspitzen berühren.

Wir drehen uns im Kreis,

über uns tanzen Lilienbäume in Weiss,

zu zweit, in schwindelerregender Höhe –

mögen sie noch lange nicht verblühen…










1988

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