Reformationskolumne Nr. 19


Selma Matter, Anaïs Rufer, Deborah Mäder, Nicola Bryner, Lenya Schiess und Mara Richter (von links).

(Foto: Roland Tännler)

Was ist den Reformierten heilig?

Die Reformatoren haben die Heiligen vom Sockel gestossen, Kirchen wurden als Suppenküchen genutzt. Was ist den Reformierten eigentlich noch heilig?

«Gott. Nicht mehr und nicht weniger», antwortet Monika Frieden, Pfarrerin am Grossmünster, spontan. Doch im Laufe unseres Gesprächs kommt ihr noch viel mehr in den Sinn. Sie erklärt, alle Menschen seien als Gotteskinder «geheiligt» – es gebe keine Hierarchie bei den Reformierten, und deswegen habe Zwingli die Hei­lige Schrift, die nicht in Buchform, sondern im Lebensvollzug heilig sei, für alle verständlich zu übersetzen. Wenn Gläubige zusammenkämen, wie bei Taufe oder Abendmahl, «dann passiert heilig», weil Gott «geschieht». Alltag sei nicht getrennt vom Heiligen. Nach dem Abendmahl teile man seit der Reformation Suppe für die Armen aus. Das Heilige werde in der Adventszeit in Jesus Christus erwartet. Das Grossmünster als Gebäude sei nicht heilig, was es zu einer Kirche mache, sei das Zusammenkommen vor Gott. Und kämen Touristen an diesem Hot­spot vorbei, könne auf die Möglichkeit der Begegnung mit «Heiligem» im Kirchenraum hingewiesen werden.

JULL Projekt 72 - Reformationsbeobachter/innen (a.k.a. Stadtbeobacher/innen) - Jugendliche denken schreibend über Reformation, Kirche, Glauben... nach. Gefördert und im Rahmen von ZH-REFORMATION.CH und in Zusammenarbeit mit der Zeitung reformiert. Schreibcoaching und Redaktion: Gina Bucher

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