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Gewinnerinnen-Mindset

Bin ich eine Loserin? Ich spiele noch nicht lange Tennis aber eigentlich meinte der Trainer, dass ich es gut mache. In der ersten Stunde war er so begeistert. Tennis liege mir, sagte er. Seitdem möchte ich ihn nicht mehr enttäuschen. Ich denke, dass er seine Meinung ändern wird, wenn ich aufhöre, den Ball richtig zu treffen. Einmal haben wir ein Spiel gespielt, alle drei Schülerinnen und er. Da habe ich auf eine Anfängerfehler-behaftete Weise den Ball verfehlt – es war wirklich etwas peinlich. Er hat mich dann so entgeistert angeschaut. So als hätte er das nicht von mir erwartet. Ich habe ihm damit also bewiesen, dass ich eben doch nicht Tennis spielen kann, sondern als blutige Anfängerin ganz richtig eingestuft bin. Eigentlich hätte ich ihm aber lieber bewiesen, dass ich ein verstecktes Naturtalent bin, welches kurz davor steht, entdeckt zu werden. Dann hätte ich wohl aber alle Bälle treffen müssen.

 

Es ist oft so. Wenn man einem neuen Hobby nachgeht, ist es zuerst einmal einfach, sei es Reiten, Cellospielen, Tanzen oder Kampfsport. Am Anfang lernt man nämlich schnell und alle haben plötzlich hohe Erwartungen. Und dann steht man vor der Entscheidung. Entweder kann man an diesem Punkt wieder damit aufhören. Es ist ein netto positives Outcome: Man hat gute Eindrücke hinterlassen, fühlt sich in seinem Ego bestärkt und kann erzählen, dass man einmal gespielt hat. Oder man entscheidet sich dafür, weiterzumachen. Dann muss man sich aber leider damit abfinden, dass es nicht so einfach weitergeht. Man muss sich

hundertmal durch die gleichen Fehler durchbeissen, um es beim hundert-ersten Mal ein bisschen besser hinzukriegen. Die Lernkurve flacht ab und man muss langsam, Schritt für Schritt auf ihr weitergehen. Und das kann frustrierend sein.

 

Vielleicht denke ich auch insgeheim, dass ich es nicht schaffen würde, etwas Schwieriges auf die Reihe zu kriegen. Ich fühle mich wahrscheinlich einfach nicht wohl in der Gewinnerinnen-Rolle. Das muss man ja irgendwie auch lernen. Was man nicht kennt, daran muss man sich eben gewöhnen. Und der Weg, sich daran zu gewöhnen, wird wohl vermutlich das Gewinnen sein. Des Weiteren kann ich nicht viel darüber berichten. Ich kenne mich schliesslich nicht damit aus. Aber eigentlich müsste es auch bei mir funktionieren, einfach so viel zu üben, dass es unrealistisch wäre, nicht zu gewinnen.

 

Einmal mussten eine der Mitschülerinnen und ich gegen den Lehrer spielen. Und zwar durfte man spielen, bis man einen Fehler machte. Meine Kollegin spielte wie gewohnt hin und her und machte Witze mit dem Lehrer. Aber als ich dort stand und den Ball übers Netz hauen sollte, liessen mich die mitschauenden Augen der Schülerin und des Lehrers jegliche Vorkenntnisse vergessen und ich spielte richtig schlecht. Der Lehrer versuchte, mir mehrere Chancen zu geben, die andere Schülerin spornte mich an, aber der Ball und der Schläger wollten mir die Genugtuung eines schönen, klingenden, flach über das Netz fliegenden Schlages nicht ermöglichen. Es klappte einfach nicht.

 

Aber ich habe nicht vor, gleich schon wieder mein Hobby an den Nagel zu hängen. Das habe ich nämlich schon oft getan. Beim Reiten, weil das Pferd immer machte, was es wollte, beim Tanzen, weil die Stunden immer so voll waren und ich keine Doppel-Pirouette schaffte, und beim Rudern, weil ich leider einfach zu klein bin, um zu rudern. Ich hoffe, das Tennis überlebt meine Frustrationsintoleranz..










Freiheit

Ich kann machen, was ich will. Ich lebe das Leben. Ich kann das Leben leben, wenn….   wenn ich genügend Geld habe. wenn ich mit den richtigen Leuten bin. wenn ich gesund bin. wenn ich unterstützt werd

 
 
Ratgeber an zukünftige Eltern

Massnahmen, um seinen Handykonsum so klein wie möglich zu halten, gibt es heutzutage zur Genüge. Deswegen ein Blick in die Zukunft, ins Ungewisse. Unser aller Ziel ist es hoffentlich, den digitalen Ko

 
 
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