Reformationskolumne Nr. 7


Selma Matter, Anaïs Rufer, Deborah Mäder, Nicola Bryner und Mara Richter (von links).

(Foto: Roland Tännler)

Was haben Pussy Riot mit Zwingli zu tun? Beflügelt von Gedanken zur Zürcher Reformation, mache ich mich von unserer Reformationsbeo­bachterinnen-Sitzung auf in die na­he Gessnerallee. Dort per­formt im Rahmen des Reforma­tions­jubi­läums ein Teil von Pussy Riot mit der «Riot Days Show». So etwas habe ich noch nie gesehen: Die vier Aktivistinnen füllen die Bühne wild und stürmisch. Das Punk-Theater fordert heraus, ist so unbequem wie faszinierend und wirft viele Fragen auf: Inwiefern darf man die Kirche kritisieren? Wo soll man dazu ansetzen? Hier sei auch die Verbindung zur Re­formation angesetzt, erklärt mir die künstlerische Leitung der Gessnerallee. Protest im Wandel der Zeit. Während Pussy Riot in Russland 2012 für vierzig Sekun­den in der Christ-Erlöser-Kathe­drale Punk spielten und dafür zwei Jahre inhaftiert wurden, treten sie hier vor grossem Publikum auf. Das beweist wohl die Offenheit der Stadt Zürich, die nicht nur vor 500 Jahren zur Reformationszeit herrschte, sondern auch heute spürbar ist.

JULL Projekt 72 - Reformationsbeobachter/innen (a.k.a. Stadtbeobacher/innen) - Jugendliche denken schreibend über Reformation, Kirche, Glauben... nach. Gefördert und im Rahmen von ZH-REFORMATION.CH und in Zusammenarbeit mit der Zeitung reformiert. Schreibcoaching und Redaktion: Gina Bucher.

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