Bericht aus Italien





Ich sitze im Zug Richtung Süden. Endlich habe es auch ich geschafft, mich für ein paar Tage aus Zürich zu verabschieden. Auch wenn heute die Sonne in der Limmatstadt scheint, sehne ich mich nach der Ferne. So sehr, dass ich immer wieder die verbleibenden Stunden zähle bis wir endlich in der romantischsten Stadt Italiens ankommen. Im rot-weissen Trenitalia trage ich brav die Maske und ziehe sie nur aus, um aus Langeweile ein paar Snacks zu essen. Wir sind mittlerweile in Lugano angekommen. Immer noch höre ich Deutsch ein paar Sitze weiter hinten. Die sind übrigens sehr bequem, auch in der 2. Klasse. Der Zug fährt schnell und doch so langsam, dass ich die vorbeiziehende, saftig grüne Landschaft betrachten kann. Meine Wasserflasche ist bereits leer und mein Hals ist trocken. Das Wasser aus dem Wasserhahn des WC's sollte man im Zug nicht trinken. Wo kriege ich bloss Wasser her? Mein Freund zieht meine Maske herunter, gibt mir einen Kuss auf die Lippen und sucht das Restaurant im Zug. Die Landschaft verändert sich langsam von grün zu leicht bräunlich. Es wird trockener. Die Häuser bunter. Die Lufttemperatur höher. Nach 3 Stunden und 40 Minuten erreichen wir Milano. Hier müssen wir umsteigen. Ich trete aus dem Zug auf das Perron und der Duft dringt trotz der Maske in meine Nase. Der Geruch des Südens. Ich atme tief ein und aus. Mein ganzer Körper entspannt sich. Wie hatte ich diesen unbeschreiblichen Geruch vermisst. Bevor wir in den nächsten Zug steigen, drücken uns Bahnangestellte eine Papiertüte mit Wasser und Gesichtsmaske in die Hand. Ich kann es immer noch nicht glauben, wir sind nach fast einem Jahr wieder raus aus der Schweiz! Das klingt für viele nicht nach einer langen Zeit. Doch für mich schien es wie eine Ewigkeit. Wir sind in Italien! Was wird wohl unser Reiseziel sein? Hier ein paar Tipps. Die Stadt liegt im Norden Italiens. Ein riesengrosses Gebäude prägt die Stadt seit Jahrhunderten. Das Gebäude sieht je nach Perspektive so aus als sei es aus Pappkarton. Die Verzierungen darauf sind so detailliert, dass man sich stundenlang darin verlieren könnte. Die berühmte Pizza ist nicht von hier, sondern das grosse Stück Fleisch, das nur in Kilos serviert wird. Dante Alighieri wurde hier geboren. Der Dichter und Philosoph, der das Italienische zu einer Literatursprache führte. Hier lebte auch einer der bedeutendsten Künstler der italienischen Hochrenaissance. Nach ihm wurde der schönste Aussichtspunkt der Stadt benannt. Na, weisst du welche Stadt es ist?


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