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Schrebergarten Lengg

Hinter den Baustellen und frisch gestrichenen Gebäuden der Hirslandenklinik liegt ein kleiner Fleck lebendiges Grün, der Familienschrebergarten Lengg. Auf beiden Seiten des Weges erstrecken sich die Gartenparzellen, alle mit identischen, rotbraun gestrichenen Gartenhäuschen. Man erzählt sich, ein Teil von ihnen würde noch von der grossen Landesausstellung stammen, aber so richtig glaubt das niemand. Gab es diesen Garten damals überhaupt schon? Auch das lässt sich in den Archiven nicht mehr so genau nachverfolgen. 

 

So identisch die Häuschen, umso verschiedener sind die einzelnen Gärten. Streng angelegte Gemüsebeete, üppige Blumen wild durcheinander, quer verlaufende Kiesweglein, Reihen mit Beerensträuchern, eine Gartenbank auf einem Rasenstück, Rosenhecken, Gemüsestauden durchsetzt mit Blüten. Ein Stück liegt brach, bis auf etwas Unkraut.

 

Ein grüngolden schimmernder Rosenkäfer klettert ungeschickt über eine weisse Blume. Hektisch flatternde Schmetterlinge und pollenverschmierte Bienen kurven von einer Blüte zur nächsten. Die Parzelle 1004 liegt ganz am Ende des Weges, von zwei Seiten vom Zaun umfasst, der das ganze Areal umschliesst. Geflochtene Sessel stehen unter einem knorrigen Obstbaum. Eine Rebe rankt sich ein Holzgestell hinauf. Der Rasen ist bei genauem Hinsehen hier und dort mit Unkraut durchsetzt. Hinter dem Gartenhäuschen sind Gemüsebeete angelegt. Dieses Stück Boden hat Rosalind mit ihrem Mann bewirtschaftet, vor vielen Jahren. Ich sehe die verschwommenen Fotos vor mir, die mir die ältere Dame neulich im Pfrundhaus gezeigt hat. Darauf waren Tulpen, Stühle und Beete zu sehen. Die Tulpen sind längts verwelkt und in den Boden zurückgekehrt, doch die Parzelle 1004 hat all die Jahre überdauert.













ETH

Die Tomate

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