Metamorphose des Zimmers



Ich sitze auf meinem Bett und fühle die Wände immer näher kommen. Ihr bedrückendes Weiss haltet wach, während die Trostlosigkeit sich in allen Ecken einnistet. Kaum Farbe, bloss die Melancholie der Einsamkeit, die den Raum in ihren Fängen hält. Der Mond wirft tief graue Schatte, die schadenfroh ein düsteres Trauerspiel vorführen und die Nacht im Raum verankern. Ein karges Zimmer, mehr nicht.

Diesen Frühling ein erster kleiner Topf neben dem Bett, in ihm keimt ein einzelner Samen, voller Möglichkeiten für Veränderung. Nacht für Nacht wächst er langsam zu einer Pflanzen heran. Er streckt und dehnt sich zur Decke hinauf, um mit seine kraftvollen Blätter die Finsternis der Wände zu verschlingen. Seine Äste bohren sich förmlich durch die Strukturen des Hauses und werfen nun ihre eigenen Schatten. Ein kleiner Samen, mehr war es nicht.

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